Nov 08

Crowdworking-Plattformen vereinbaren Ombudsstelle

Nürnberg, 08.11.2017 – Streetspotr hat sich mit sieben weiteren der führenden europäischen Crowdworking-Plattformen, dem Deutschen Crowdsourcing Verband und der IG Metall auf die Einrichtung einer Ombudsstelle verständigt. Ziel der Ombudsstelle ist es, Streitigkeiten zwischen Crowdworkern, Auftraggebern und Plattformen einvernehmlich außergerichtlich zu klären. Die Ombudsstelle überwacht außerdem die Einhaltung einer freiwilligen Selbstverpflichtung („Code of Conduct“), auf die sich diese Plattformen verständigt haben.

Der Code of Conduct wurde im Jahr 2015 von der deutschen Plattform Testbirds initiiert; unterschrieben haben außerdem Streetspotr, clickworker, Crowd Guru, appJobber, content.de und ShopScout aus Deutschland sowie die englische Plattform BugFinders. Insgesamt haben sich auf den genannten Plattformen mehr als zwei Millionen Menschen registriert.

Der Code of Conduct ist die weltweit einzige Vereinbarung, in der sich die Plattformbetreiber selbst auf gewisse Mindeststandards verpflichten. Damit ist es gelungen, die in Deutschland üblichen Standards im fairen Umgang mit Crowdworkern festzuschreiben und in einem wachsenden Markt der Zukunft zu sichern.

Die Ombudsstelle ist paritätisch besetzt und arbeitet ehrenamtlich. Den neutralen Vorsitz hat Dr. Silke Kohlschitter, Richterin am Arbeitsgericht Frankfurt/Main. Zudem sind der Deutsche Crowdsourcing Verband (durch Thomas Andersen), die Plattformen (durch Susanne Reichert von Testbirds bzw. Dr. Arne-Christian Sigge von content.de), die IG Metall (durch Robert Fuß) und die Crowdworker (durch Olaf Hoffmann) vertreten.

Betroffene Crowdworker können sich über ein Formular im Internet an die Ombudsstelle wenden. Voraussetzung ist allerdings, dass zuvor der Versuch unternommen wurde, die Angelegenheit zwischen Crowdworker und Plattform einvernehmlich zu klären. Bei den Streitigkeiten kann es sowohl um Fragen der Bezahlung als auch um Arbeitsabläufe o.ä. auf der Plattform gehen. Die Ombudsstelle behandelt die Vorgänge vertraulich. Jährlich ist die Veröffentlichung eines Tätigkeitsberichtes vorgesehen.

„Die Zufriedenheit unserer Crowdworker und natürlich auch die unserer Auftraggeber liegt uns sehr am Herzen. Nur wenn wir für faire Bedingungen sorgen, können wir als Plattform funktionieren. Aus diesem Grund haben wir nicht nur den Code of Conduct unterzeichnet, sondern stehen jetzt auch voll hinter der Arbeit der neuen Ombudsstelle.“, so Dorothea Utzt, CEO und Co-Founder von Streetspotr.

Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall: „Wir sind davon überzeugt, dass gute Arbeit auf digitalen Plattformen möglich ist. Die Ombudsstelle ist ein weiterer Schritt dazu. Uns freut besonders, dass die Crowdworker dort vertreten sind. Denn es ist uns wichtig, gute Arbeit zusammen mit den Menschen zu gestalten, die diese Arbeit leisten.“

„Immer mehr Innovationen werden von der Crowd hervorgebracht. Crowdwork ist nur eine Facette zukünftiger Arbeitsformen, die wir heute schon aktiv gestalten können. Sollte es mal zu Konflikten kommen, ist es besser, sie von Profis lösen zu lassen, nicht durch weltfremde Gesetze. Daher haben Lösungen auf und mit der Plattform immer Vorrang.“, so Thomas Andersen, Vorstand im Deutschen Crowdsourcing Verband.

Über den Code of Conduct

Der Code of Conduct für faires Crowdworking wurde im Juli 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die ersten Unterzeichner waren dabei Testbirds, Streetspotr und clickworker. Diese freiwillige Selbstverpflichtung soll das gemeinsame Arbeiten von Plattformen, Auftraggebern und Crowdworkern regeln und für faire Bedingungen sorgen. Das Ziel des Code of Conduct war und ist es eine allgemein gültige Richtlinie für das Crowdworking zu etablieren. Anfang 2017 wurde eine zweite, erweiterte Version des Code of Conduct mit mehr Unterzeichnern vorgestellt. Alle Informationen zum Code of Conduct unter http://www.crowdsourcing-code.de/.